Wundheilung 

 

Wundheilung 

 

Das Thema Piercing legt nahe, sich unter anderem mit der Wundheilung auseinanderzusetzen 

Als Wunde bezeichnet man im allgemeinen die Trennung des Zusammenhanges von Gewebe und Körperhülle, meistens mit Verlust an Substanz. 

Stärkere Schädigungen des Körpers und innerer Organe werden als Verletzungen bezeichnet. 

Die Haut, als größtes Organ des Menschen, erfüllt eine Vielzahl lebenswichtiger Funktionen. So hat sie unter anderem Schutz- und Speicherfunktionen und ist wesentlich an der Regulierung des Flüssigkeitshaushaltes und am Stoffwechsel beteiligt. 

Für die Wundheilung ist nun bedeutend, daß die Haut wie kaum ein anderes Organ in der Lage ist, sich zu regenerieren und selbst zu heilen. 

Sehr vereinfacht dargestellt, besteht die Haut aus drei Schichten: der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Corium) und der Unterhaut (Subentis). 

In einem Teil der Oberhaut, der Keimschicht, entsteht nun durch Zellteilung (Mitose) ständig neue Zellen, die in Richtung Oberfläche wandern und dabei zunehmend verhornen. So bildet sich die äußere Hornschicht, von der die Oberfläche beständig abgestoßen und durch die Keimschicht erneuert wird. 

>>(Liegt nun eine Wunde vor, erfolgt auf diesem Weg die Heilung derselben.) 

Die Wundheilung der Haut erfolgt in drei Phasen: 

1.    Granulation 

2.    Wundkontraktion 

3.    Epithelisierung 

Während der ersten Phase,  füllt sich die frische Wunde mit Blut und wird durch die Koagulation (Gerinnung) provisorisch verschlossen und die fehlende Substanz wird mit neugebildetem Granulationsgewebe aufgefüllt. 

Von entscheidender Bedeutung für die Wundheilung ist die Wundkontraktion. 

Durch die Verdunstung des Wassers ziehen sich die Wundränder zusammen, so daß 

die erforderliche Neubildung von Bindegewebe und Epithel um 50-99 %, abhängig von der Beweglichkeit der Haut, reduziert wird. 

Unter der Oberfläche des geronnenen Blutes, wird ein feuchtes Milieu (das Wundödem) erhalten, was unter anderem das vermehrte Zellwachstum fördert. 

Der Stoffwechsel (Katabolismus) führt daraufhin zur Resorption der Abbauprodukte, also des zerfallenen Gewebes. 

Während der proliferativen Phase (etwa vom 1.-3.  Tag) bildet sich durch Zellteilung (Mitose) kleine  Blutgefäße die von den Wundrändern her ins Wundgebiet einsprossen. Bei größeren Wunden bleibt hierbei nur etwa eins von ursprünglich zehn Gefäßen erhalten. Nach etwa einer Woche differenzieren sich die Kapillaren in Arteriolen, Venolen oder endgültige Kapillaren und erste rhythmische Bewegungen lassen sich nach etwa 10 Tagen erkennen. Ähnlich, nur zeitlich später und langsamer erfolgt auch die Bildung der Lymphgefäße. Im Verlaufe der 2. Woche werden die kollagenen Fasern, also das  Bindegewebe, dicker und somit die Reißfestigkeit des Gewebes erhöht. 

In der dritten Phase der Narbenbildung oder Epithelisierung wandelt sich das Granulationsgewebe unmittelbar am Wundrand in Narbengewebe um, was zum Teil mit einer leichten Verdickung oder Rötung einhergeht, die im Laufe der Zeit aber zurückgeht. 

Man unterscheidet zwei verschiedene Arten der Heilung. Zum einen die p.p. Heilung (per primem intentionem), bei der beispielsweise bei Stich oder Schnittwunden die Wundränder glatt sind und aufeinander liegen, so daß die Heilung oder Verschmelzung mit einem geringen Aufwand an Granulationsgewebe und Narbenbildung von statten geht. 

Zum anderen die p.s. Heilung (per secundam intentionem) bei der die Wundränder gequetscht oder weit auseinanderklaffend sind, so daß sehr viel Granulationsgewebe gebildet werden muß, um die Wundhöhle auszufüllen und dementsprechend starkes Narbengewebe entsteht. 

 

 

 

 

 

 

 

 Quelle: 

Wundversorgung in der Praxis, programmedâ- med.pharm Verlags GmbH (FFM)1ff.