Was heißt eigentlich piercing ?

 
Piercing, aus dem Englischen to pierce: durchbohren;
durchdringen; eindringen
 
Das Tragen von Schmuck an bestimmten Körperstellen ist älter als der Begriff Piercing an sich.
Schon die alten Ägypter trugen Bauchnabelringe als Zeichen der Adeligkeit, und auch die Azteken hatten Ohrpflöcke als Zeichen eines hohen Sozialstatus. Die römi­schen Centurios trugen Brust­warzenringe als Ausdruck ihrer Männlichkeit und ihres Mutes, angeblich sogar zur Befestigung ihrer kurzen Umhänge. In der victoriani­schen Ära trugen Frauen der höheren Ge­sellschaft Brustwarzen­ringe als Modeaccessoires.
Die Männer dagegen trugen oft einen Penisring, um ihren Penis an den Körper anzulegen, damit er sich in den damals moder­nen, sehr engen Beinlingen nicht ab­zeichnete.  
Die Legende besagt, der Erfinder dieses Ringes sei Prinz Albert (Gatte der Königin Viktoria von England 19JHD.), der diesem Ring den heutigen Namen gab.
Eskimos (Inuit nennen sie sich selbst) trugen aus rituel­len Grün­den Wangenpiercings mit Wal­fischknochenscheiben. Einige afri­kanische Volksstämme weiten die sogenannten Labrets zu Tellerlippen die das Ansehen im Stamm erhöhen. Die meisten heute durchgeführten Piercings sind von Naturvölkern "abgeguckt" und haben immer eine ursprüng­lich rituelle Bedeu­tung.
So stehen z.B. Ohrpiercings für umfassende Information und Piercings am Mund für Mitspra­che­recht. Der Nasen­schmuck dagegen steht für ein sicheres Gespür. Außerdem diente der Schmuck als Schutz vor dem Eindringen böser Geister und gegen das Entrinnen der Seele aus dem Körper.
Der Weg des Piercings läßt sich also vom Altertum bis in  die Neuzeit verfolgen.
 

*Wer darf sich piercen lassen ?

 
Alle Personen ab einem Alter von 18 Jahren dürfen die Einverständniserklärung selbst unterschreiben und können somit frei wählen ob sie sich piercen lassen, oder nicht. Voraussetzung ist jedoch, daß der gesundheitliche Zustand unbedenklich ist (keine Bluter, keine Diabetiker, keine Schwangeren bzw. Stillenden,  starke Hauterkrankungen ....)

Unter 18 Jährige benötigen eine Einverständniserklärung eines Ihrer  Erziehungsberechtigten.
Der /Die Erziehungsberechtigte muss zum Termin mitkommen und einen Lichtbildausweis (Personalausweis, Reisepass) mitbringen

Unter 14 Jahren ist Piercing leider nicht möglich 
 
Falls Dir noch etwas unklar ist, frag bitte nach!!
In diesem Zusammenhang gibt es keine dummen Fragen.  Tel.: 0521-137711
[email protected]

 

* Tut das weh?

 
Wenn ein Piercing unprofessionell durchgeführt oder schlecht gepflegt wird, kann dies eine langwierige schmerzhafte Sache werden.
Ein professionell ausgeführtes Piercing dauert nur ca. eine halbe Sekunde, so daß der Schmerz kaum registriert wird.
(Eine Spritze zur Blutabnahme ist schlimmer!). Deshalb verwen­den wir grundsätzlich keine Betäubungsspritzen, sondern ein Oberflächenbetäubungsgel. Der Körper reagiert beim Piercen ohnehin mit der Ausschüttung von körpereige­nen Betäubungs­stoffen, den sogenannten Endorphinen, die den Schmerz dämp­fen. Deshalb soll­test Du vor dem Piercen jede Art von Drogen sowie Kaffee, Schmerzmittel und Alkohol meiden. Sie würden Deine Schmerzempfindlichkeit und die Blutungsnei­gung nur un­nötig verstärken. Du solltest Dich körperlich fit fühlen, ausrei­chend  geschlafen und gegessen haben.
 

* Wie wird ein Piercing gemacht ?

 
Der Vorgang an sich ist schnell und anscheinend simpel, sollte jedoch nicht ohne genaues Fachwissen über  Anatomie, Sterili­sa­tion, Material und Wundheilung aus­ge­führt werden. Piercing­schmuck und Arbeitsmaterialien werden vorher in einem Sterili­sator keimfrei gemacht.
 
Die Hautstelle, an der das Piercing angebracht werden soll, wird zuerst mit einem Hautdesinfektionsmittel  be­handelt. Anschlie­ßend wird die Haut dort mit einem  Oberflächenanäs­thetikum betäubt.
 
Um das Piercing genau zu plazieren, malen wir schließ­lich an der betreffenden Stelle Punkte auf. An den mei­sten Stellen wird die Hautfalte mit einer speziel­len Piercingzange gehalten.
 
Nun wird die Haut an der markierten Stelle blitzschnell  mit einer Hohlnadel durchstochen. Das Schmuckstück wird  in die Nadel eingehängt und durch den Stichkanal nachge­führt.
Dabei treten manchmal leichte Blutungen auf, die jedoch nach kurzer Zeit wieder aufhören. Schließlich wird das frische Piercing gründlich gereinigt und  ein entsprechend großer Wundverband aufgeklebt.
  

* Wann ist das Piercing verheilt?

 
Am wichtigsten ist, wie bereits erwähnt, die sorgfälti­ge Nach­behandlung !
 
Die Abheilzeit ist individuell für jede Körperstelle und  jede Person unterschiedlich. Sie hängt von mehreren Faktoren ab. Ein wichtiger Punkt ist sicher die Ernäh­rung. Wenn Du ein ketten­rauchender Partylöwe bist, der nur Fast Food ißt, und ansonsten starkem Streß ausge­setzt bist, heilt Dein Piercing sicher schlechter ab, als wenn Du Dir etwas Ruhe gönnst und Vitamine und Mine­ralstoffe Deinen Speiseplan bestimmen. Natürlich kann auch eine Grippe, ein Schnupfen etc. die  Heil­phase verlängern. In der Regel heilen Piercings an Stellen mit Schleimhäuten schneller ab (Zunge, Lippe, Genitalien). Stellen, die viel bewegt werden oder ständig  gedrückt werden, heilen gewöhnlich lang­samer ab. Normalerweise kann man das Schmuckstück bereits nach 6-8  Wochen wechseln. Danach darf die Pflege reduziert, jedoch  keinesfalls beendet werden, denn Deine Haut braucht noch Zeit, bis sie sich wirklich ganz regeneriert, also erneuert hat. Im Stichkanal bildet sich von außen nach innen langsam ein kleines Heilhäutchen, das den Piercingschmuck umgibt. 
 
Hier nun einige Richtwerte für die Heilungsdauer verschiede­ner Piercings:

- Lobe (Ohrläppchen)                                                 4 Wochen
- Cartilage (Ohr überall wo Knorpel ist)                2-3 Monate
- Tragus (Knorpel am Gehörgang)                          2-3 Monate
- Augenbraue                                                             6-12 Wochen
- Nostril (Nasenseitenwand)                                  6 Wochen 

- Septum (Nasenscheidewand)                              6 Wochen 

- Zunge                                                                            2 Wochen
- Unterlippe                                                                     6 Wochen
- Labret (Unterlippe Mitte)                                       4-6 Wochen
- Lippenbändchen                                                         4 Wochen
- Brustwarze                                                                2-6 Monate
- Bauchnabel                                                               2-6 Monate
- Frenum (Vorhautbändchen)                                  2-3 Wochen
- Prinz Albert (Penis)                                                   4-6 Wochen
- Hafada/Skrotum (Hodensack)                             6-8 Wochen
- Clitoral Hood (Klitorisvorhaut)                                 4 Wochen
- Inner Labia (innere Schamlippen)                          4 Wochen
- Outer Labia (äußere Schamlippen)                        2-3 Monate
 

* Piercings an anderen Stellen:

In neuerer Zeit tauchen immer wieder neue Piercings auf, die aber nur als Experimente gewertet werden kön­nen und deshalb von uns nicht durchgeführt werden. Nicht geeignet sind bewegliche Stellen wie z.B. Achsel­höhle, Kniekehle, Armbeuge, Handweb (Haut zwischen den Fingern). Da diese Stellen ständig in Bewegung sind und oft nur schwer sauber gehalten werden können, heilen diese Piercings schlecht oder gar nicht ab.
Es ist sogar wahrscheinlich, daß der Körper das Schmuck­stück abstößt: Das Schmuckstück wandert langsam aus der  Haut heraus, bis es nur noch an einem kleinen Hautzipfel hängt und schließlich abfällt. Dies ist zwar schmerzlos, aber eben auch ziemlich sinnlos, oder? Außerdem können Narben zurückbleiben.
Neben diesen ungünstigen Stellen lehnen wir auch als gefährlich einzustufende Piercings ab. Dazu gehören Stellen, an denen wichtige Nervenstränge verlaufen (z.B.: Nasenwurzel, Schläfe, Klitoris), sowie solche mit vielen Adern oder Blutgefäßen (Schwellkörper).
 

* Warum ist ein Piercing "so teuer"?

 
Der Gesamtpreis setzt sich aus den Kosten für die teil­weise recht aufwendig hergestellten Arbeitswerkzeuge, die ständig steril ge­halten werden müssen, den Betriebs­kosten, die ein Studio mit sich bringt und nicht zuletzt  dem Preis für das Schmuckstück selbst zusammen. Natürlich sind auch 16% Mehrwertsteuer im Preis enthalten.
Der von uns verwendete "Erstlingsschmuck" besteht aus Titan. Er ist antiallergisch, hochpoliert und mit ab­gerunde­ten Ver­schlüssen versehen. Mit diesen Materia­lien wird auch in der Medizin (z.B.: Chirurgie, Zahn­tech­nik) gearbeitet.
Alle von uns benutzten Nadeln, Wundversorgungsmate­ria­lien, Handschuhe etc. sind zur Vermeidung von Infektionen  Ein­wegartikel und werden nach Gebrauch sofort entsorgt.
Alle Geräte, die keine Einwegartikel sind, wie z.B. Klemmen und Zangen werden in speziellen Lösungen und mittels Ultraschall gereinigt, desinfiziert und nach Verpackung in speziellen Aufbewahrungsfolien  mittels Dampfdruck in einem Autoklaven sterilisiert. Allein die Sterilisation und hygienische Vorbereitung der Piercingräume verschlingt einen Großteil der Gesamtkosten für ein Piercing. 
Außer diesen Faktoren sollen die Lohnkosten für die speziell ausgebildeten Piercer nicht verheimlicht werden, die über jahre­lange Berufserfahrung verfügen und deren  Wissen ein sicheres und schonendes Einsetzen gewährlei­stet. Der Preis beinhaltet, daß wir  jederzeit für Deine Fragen da sindund Du eine genaue Anleitung zur Nachbehandlung erhältst.
Natürlich ist ein Selbstversuch mit einem einfachen Ohrring billiger. Man sollte sich jedoch fragen, ob es das Risiko wert ist.
  

* Welche Materialien sind als Erstlingsschmuck geeignet ?

 Die  von uns verwendete Titanlegierung nennt sich Ti6Al4V oder Titan Grad 5 (bzw Ti6Al4VELI Untergrad 23)  und ist für den Ersteinsatz zugelassen.

Nicht geeignet ist z.B. Chirurgischer Stahl. Der zehnfach günstigere Schmuck enthält größere Mengen Nickel und Chrom und kann leicht zu allergischen Reaktionen führen.
(Nickelallergien sind nicht angeboren sondern werden erworben) 
Teflon (PTFE) ist für den Ersteinsatz nicht zugelassen
 

* Warum mußt Du eine Einverständniserklärung
  unterschreiben?

 
Der Gesetzgeber sieht es im Bundes Gesetz Buch so vor. Zudem ist es wichtig klarzustellen, daß ein Piercing ein kleiner medizini­scher Eingriff ist und von Dir als solcher ernst­genommen werden sollte. Für uns ist es wichtig, daß Du Dir darüber im Klaren bist, daß die Nach­behandlung unerläßlich für den Heilungsprozeß ist. Wenn Du den Laden verläßt, liegt es allein in Deiner Verant­wor­tung, Dein Piercing zu pflegen.
 


 

Falls Dir noch etwas unklar ist, frag bitte nach!!
In diesem Zusammenhang gibt es keine dummen Fragen.

Wir helfen Dir gerne weiter - dafür sind wir da - jetzt und später.  

Tel.: 0521-137711

oder e-mail: [email protected]